Allerheiligen, Gräbersegnung am Friedhof St. Martin

Tradition und Brauchtum haben den Allerheiligentag fest umschlossen. Zum städtischen Friedhof St. Martin waren wieder hunderte gepilgert, um ihrer Angehörigen und Freunde an schön geschmückten Gräbern im Gebet der Toten zu gedenken oder einfach inne zu halten.

Die Ansprache hielt diesmal Pfarrer Matin Müller von Maria Himmelfahrt, um danach gemeinsam mit Pfarrer Rudolf Theurl von St. Barbara und Diakon Josip die Gräbersegnung vorzunehmen, an der auch Bürgermeister Hans Lintner mit Mitgliedern des Gemeinderates teilnahm. Die Feierlichkeiten umrahmte die Knappenmusik Schwaz.

Fahnenabordnungen der Schwazer Traditionsvereine hatten vor der Gefallenen Gedenkstätte beider Weltkriege Aufstellung genommen. Vorbildlich wieder der ÖKB - Ortsgruppe Schwaz unter Obmann Michael Schwarzl, die an den Eingängen zum Friedhof ihre Sammelbüchsen auf weiß gedeckten Tischchen aufgestellt hatten und für das Schwarze Kreuz sammelten.

Geschichtliches zu Allerheiligen und Allerseelen:
Im Christentum entstand im Orient die Verehrung aller heiligen Märtyrer. Wegen der steigenden Zahl von Heiligen, wurde es für das junge Christentum zunehmend schwieriger, jedes Heiligen an einem Tag zu gedenken. Papst Gregor der Vierte hat das seit dem 6. Jahrhundert bekannte kirchliche Fest „Allerheiligen“ im Jahre 835 auf den 1. November verlegt. Allerheiligen gilt als hoher Festtag. Damit wollte der Papst den keltischen Samhain-Gedanken und Totenkult am 31. Oktober zurückdrängen. Das keltische Fest Samhain wurde am Abend des 31. Oktobers als Erntedankfest und als Totengedenktag gefeiert, wo die Toten zu ihren Häuern zurückkehren. Aus Angst, sie könnten den Lebenden schaden, wurden Feuer entzündet und die Kelten verkleideten sich, um sie zu vertreiben.

Gerade in unserer Zeit erlebt dieser im amerikanischen „All Hallows` Eve“ (Halloween) einen neuen Aufschwung, der mit viel Klamauk den christlichen Gedanken an die unbekannten Heiligen überdeckt. An diesem Tag gab es wieder die „Nacht der 1000 Lichter“, wo auch in der Pfarrkirche St. Barbara am Abend ein Lichterweg die Kirche erstrahlen lies.

Allerseelen:
So alt wie die Menschheit selbst ist das Gedenken an die Toten. Das „Geburtsjahr“ des Allerseelen-Tages ist aber 998. Damals setzte Odilo, der Abt des Benediktiner-Klosters Cluny, für alle unterstellten Klöster fest, das am Tag nach Allerheiligen aller Verstorbenen durch Gebete und Messen zu gedenken sei.

OAR Hans Sternad
Chronicus
Donnerstag, Allerheiligen, 1. November 2018

B I L D E R