Mariä Himmelfahrt

 In der Pfarre St. Barbara zelebrierte Pfarrer Rudolf Theurl den Gottesdienst am Hochfest Mariä Himmelfahrt, am Feiertag, Donnerstag, 15. August 2019, um 9:30 Uhr, im Beisein von Pastoralassistenten Anton Mascher und segnete die, in sehr bescheidenen Ausmaß mitgebrachten, Kräutersträuße.

Geschichtliches:

Mariä Himmelfahrt oder auch Aufnahme Marias in den Himmel zählt zu einem der ältesten christlichen Hochfeste. Die Himmelfahrt Marias mit „Leib und Seele“, so der Wortlaut, wird in dem im Jahre 1950 von Papst Pius XII. verkündeten Dogma gefeiert.

Es wird verkündet, erklärt und definiert als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria, nach Ablauf ihres irdischen Lebens, mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.

Seine Wurzeln liegen in einem Marienfest, das im 5. Jahrhundert von Cyrill von Alexandrien eingeführt und auf den 15. August gelegt wurde. Eindeutige Beweise für die Himmelfahrt Mariens finden sich nicht in der Bibel, doch gibt es Textpassagen, die mit der „Aufnahme Marias in den Himmel“ in Verbindung gebracht werden: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt“. (Off 12,1)

Apokryphe Evangelien (Texte, die im Entstehungsprozess der Bibel nicht in deren Kanon aufgenommen wurden) enthalten ausführliche Darstellungen der Entschlafung Mariens. Apostel hätten Maria nach ihrem Tod bestattet und das Grab mit einem großen Stein verschlossen; aber sofort sei Christus mit den Engeln erschienen, der Stein sei weggewälzt worden und Christus habe Maria herausgerufen.

Brauchtum:

Diesen Tag verknüpfte das Brauchtum mit dem Fest der Kräuterweihe, die insbesondere in ländlichen Regionen einen fixen Termin im Jahreskreis bildet. Eine Legende aus dem 13. Jahrhundert erzählt, wie die Kräuter zu Mariä Himmelfahrt kamen, der zur Folge die Jünger Jesu das Grab Mariens öffneten, darin jedoch nicht mehr den Leichnam, sondern nur mehr Blüten und Kräuter vorfanden.

Kräutersegen:

Je nach Region verschieden, werden zur Kräutersegnung verschiedene, aus sieben, neun, manchmal aus 12, 24 oder gar 99 verschiedenen Kräutern gebundene Sträuße gebracht.

Typisch Kräuter sind z. B. Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Thymian, Baldrian und Eisenkraut.

Die gesegneten Sträuße werden dann auf den Dachboden oder im so genannten „Herrgottswinkel“ aufgehängt, wo sie gegen Krankheiten, Gewitter, Blitzschlag und Unheil helfen sollen. Oftmals werden auch zerriebene Blätter kranken Tieren ins Futter gemischt. Kirchengeschichtlich lässt sich dieses bis heute lebendige Brauchtum bis ins 5. Jahrhundert zurückverfolgen.

OAR Hans Sternad
Chronicus
Donnerstag, Mariä Himmelfahrt, 15. August 2019