Fronleichnam - ein Fest des Lebens

Am 60. Tag nach Ostern (am zweiten Donnerstag nach Pfingsten), heuer ist es der 11. Juni 2020, feierten die Katholiken Fronleichnam, das „Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“ genannt. An diesem Feiertag wird der Einsetzung des Sakramentes der Eucharistie durch Jesus Christus gedacht. In Scharen ziehen in einer Prozession Gläubige an diesem Tag singend und betend durch die Straßen und begleiten den Leib Christi, der in Form einer Hostie in einer Monstranz, einem verzierten liturgischen Gefäß, mitgetragen wird, und halten an vier Segensaltären. Mit dabei auch Vertreter des öffentlichen Lebens, Musikkapellen, Schützenkompanien und Vereinsformationen.

Heuer war alles anders. Weil die Corona bedingten Gottesdienstregeln auch zu Fronleichnam gelten, ist eine Prozessionen in der üblichen feierlichen Form nicht möglich.

Hervorgerufen durch die Corona-Pandemie wurde auch in den Pfarren Schwaz St. Barbara und Maria Himmelfahrt die Fronleichnamsprozession abgesagt.


Statt der Feldmesse am Parkplatz von St. Barbara, wo sich am Vormittag eine lange Prozession, von der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt kommend, gewöhnlich einfindet, ist diesmal ein Gottesdienst im Pfarrhof abgehalten worden, zelebriert von Pfarrer Rudolf Theurl mit Diakon Josip. Pastoralassistent Anton Mascher und seine Instrumentalisten gestalteten gesanglich und musikalisch die Hl. Messe, im Beisein der Gläubigen. Die Lesung kam von Monika Geiger, die Pfarrjugend brachten die Fürbitten vor.

In der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt fand, der Corona-Regeln bedingt, neben der Kirche im Stadtparkt eine Fronleichnam-Feldmesse statt (dieser Teil gehört zur Kirche!), zelebriert von Pfarrer Martin Müller, musikalisch umrahmt von einer starken Abordnung der Knappenmusik Schwaz mit Kapellmeister Thomas Ramsl, in Anwesenheit vieler Gläubiger, BgM Dr. Hans Lintner mit Gemeinderat sowie Vertretern des öffentlichen Lebens, Vereinsformationen mit ihren schmucken Fahnen und den Trägern der Zunftstangen.

Den Abschluss der Hl. Messe folgte eine Lesung aus dem Evangelium und das gesungene TANTUM ERGO SAKRAMENTUM, dieser Hymnus besingt das Allerheiligste Altarsakrament, in dem die katholischen Christen den Leib Christi verehren und wird, vor dem sakramentalen Segen mit der Monstranz, gesungen. Danach ging die Fronleichnam-Feldmesse mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Großer Gott wir loben dich“, gespielt von der Knappenmusik, würdig und sehr eindrucksvoll zu Ende.

Immer weniger Menschen wissen, seien sie getauft oder nicht, was da eigentlich gefeiert wird.
Auch wenn sie davon hören, dass Brot und Wein zu Leib und Blut Christi werden, bezeichnen viele es als „Hokuspokus“ und winken ab. Was hat es also damit auf sich, wen die Christen die wahrhafte Gegenwart des Gottessohnes in der heiligen Eucharistie feiern?

Als gewandelte Hostie, als Brot des Lebens steht Christus selbst im Mittelpunkt der prunkvollen Fronleichnamsprozession. Fronleichnam, der ungewöhnliche Name, kommt vom Althochdeutsch „fron“ für „Herr“ und „lichnam“ für „Leib“. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Hostie, eine kleine unscheinbare Oblate, für gläubige Katholiken wird sie aber durch die Wandlung im Gottesdienst zum „Leib Christi“.


Das Fronleichnamsfest ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird, ist auch ein gesetzlicher Feiertag in Österreich.

In den Status eines Feiertages der Gesamtkirche erhoben wurde Fronleichnam bereits 1264 durch Papst Urban IV.
Voraus ging dem jedoch eine Vision der Juliana von Lüttich voraus, der Jesus Christus im Traum erschienen war und einen fehelenden christlich katholischen Feiertag ermahnt. Etwa 10 Jahre nach der Ernennung des Feiertages zu einem gesamtkirchlichen Feiertag fanden Fronleichnamsprozessionen statt.

OAR Hans Sternad
Chronicus
Donnerstag, Fronleichnam, 11. Juni 2020

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