Ehrenbürger Rudolf Theurl
35 Jahre Pfarrer von St. Barbara


55 Jahre Priester und 50 Jahre Seelsorger
in Schwaz

Festliche Messe
am Sonntag, 28. Juni 2020 um 9:30 Uhr

„Solderer-RudI“ wird Ehrenbürger Pfarrer Rudolf Theurl in seiner Geburtsgemeinde Assling in Osttirol genannt. „Solderer“ nennt sich der Bauernhof in Schrottendorf, im unteren Pustertal, wo der Jubilar in einer Großfamilie mit 12 Geschwistern aufgewachsen war.

Die ganze Pflichtschulzeit war Theurl in der VS-Assling, im Herbst 1951 ging es an das Gymnasium Hall in Tirol, wo mit der Matura abgeschlossen worden ist um, so seine Absicht, Missionär zu werden. Das Jahr 1959/60 wurde in Brixen/Südtirol im Missionshaus der Mill-Hill-Missionare verbracht. Die Jahre 1960 bis 1965 die Universität in Innsbruck besucht. Zu Peter und Paul (29. Juni) 1965 empfing Rudolf Theurl die Priesterweihe in Axams von Bischof Dr. Paulus Rusch.

Das Arbeitsjahr 1965/66 war Theurl als Kooperator in Dölsach bei Lienz und Katechet an der HS-Lienz, von 1966 bis 1970 Kooperator in Matrei am Brenner.

Die Bezirksstadt Schwaz folgte dann am 1. September 1970 in der Stadtpfarrkirche als Kooperator, mit den Hauptaufgaben in Schulen, Hausbesuche und Besuche im Krankenhaus.

Am 1. Oktober 1981 wurde das Vikariat St. Barbara in Schwaz errichtet und Rudolf Theurl vom Bischof Dr. Paulus Rusch mit dem Bau des Pfarrzentrums St. Barbara betraut. Die Errichtung der Pfarre und des Pfarrzentrums war ein langer schwerer Weg.


Das Zentrum St. Barbara wurde am 24. April 1985 von Bischof Dr. Reinhold Stecher und Altbischof Dr. Paulus Rusch geweiht und gleichzeitig zur Pfarre St. Barbara. Von einem Architektenwettbewerb (7 Teilnehmer) ist das Projekt des Architekten DI Peter Margreiter ausgewählt worden. Der Bau sollte eine Missionsstation sein, nach außen unauffällig, ohne Turm und Geläute, offen für alle, wohnlich nach innen. Eine „Wohnstube Gottes“ nannte Bischof Stecher St. Barbara anlässlich der Weihe. Am 1. Mai 1985 ist in das neue Pfarrhaus St. Barbara eingezogen worden. Missionär wollte Theurl einmal werden, als Missionar sieht er sich heute noch.

Viele Personen und Institutionen haben seitdem die Geschichte von St. Barbara mitgeprägt: Pfarrkirchenrat, Pfarrgemeinderat, die Frauenrunde, aus der weitere Gruppierungen hervorgingen, Altkleidermarkt, Männerrunde, Jugendgruppen, Ministranten und die Zusammenarbeit mit den umliegenden Schulen.

Am 16.10. 1995 wurde das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) und am 17.11.2006 der Barbara Laden für sozial Bedürftige eröffnet, ein Neubau entstand 2017, ebenso 2018 eine Notschlafstelle, genannt „Zuflucht“ für durchziehenden Obdachlose und Pilger. Die öffentliche Bücherei ist durch diese Umbauarbeiten neu eingerichtet worden. Im April 2004 gibt es eine eigene Homepage von St. Barbara! Einen BUZUKI- Bus von den Altersheimen in die Kirche gibt es auch, ebenso den Krankengottesdienst, der Pfarrer Theurl ganz besonders am Herzen liegt, jeden letzten Mittwoch-Nachmittag im Monat. Die Talente-Vermehrung (Bibel, Matthäus 25, 14-30) findet heuer zum 15. Mal statt. Der Reinerlös wird gedrittelt und kommt sozialen Zwecken zugute. Das jährliche Fest der Kulturen und Religionen findet auch im Pfarrzentrum statt.

Die Kirche St. Barbara ist da für alle Menschen, in Trauer und Freude, für Junge und Alte, für Kleine und Große, Arme und Reiche. Möglich geworden ist dies all die Jahre nur durch die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hauptamtliche und ehrenamtliche, Gönner, Freunde, Wohlwollende und Beter, denen ein herzlicher Dank und große Anerkennung gilt.


Pfarrer Rudolf Theurl ist am 25. Februar 2015 an seinem Namenstag, in Anerkennung seiner Verdienste um die Heimatstadt Schwaz mit einstimmigem Beschluss des Gemeinderates zum Ehrenbürger der Silberstadt Schwaz ernannt worden.


Geistliche Ehrentitel lehnt Theurl kategorisch ab und will nach wie vor nur als Pfarrer Theurl angesprochen werden, das genügt und macht ihn zufrieden. Besondere „Titel“ hat er allerdings bekommen, zuerkannt vom Tiroler Caritasdirektor Schärmer: „Lästikus Gottes“ und „Größter Bettler Tirols“ und von einer Radakteurin „Pfarrer mit der spitzen Zunge“.

Außerdem meinte der Jubilar weiterhin wann es eine Hofübergabe geben wird: „So lange niemand hart auf meinen Posten wartet, solange es die Gesundheit erlaubt, bin ich gerne unter Menschen. Ich bin mir bewusst, dass ich nicht allen rechtmachen kann. Vergelt`s Gott für alles Wohlwollen und Gebet!“.

Die Kirchengemeinde gratuliert ihrem geschätzten Pfarrer und dankt mit herzlichen Worten. Er hat aus St. Barbara eine lebendige Gemeinde gemacht, menschliche Kontakte geknüpft und Brücken gebaut zur politischen Gemeinde, zu den Schulen und Kindergärten, sozialen Einrichtungen, zu den Religionen und Kulturen, und ist, so unglaublich es auch klingen mag, immer noch mit seinem Fahrrad unterwegs. Dieser Fahrbare Untersatz muss wohl bei manchen Zeitgenossen eine gewisse Sammlerleidenschaft entwickelt haben, denn der wurde schon ein paar Mal gestohlen.

OAR Hans Sternad, Chronicus, 07.Juni 2020