Waldgottesdienst bei der Simon-Juda Kapelle

So um den 2. Juli, Fest Mariä Heimsuchung, am 1. Sonntag im Juli, findet bei der Simon-Juda Kapelle, unweit des Falkensteins, im Bereich des Naherholungsgebietes Silberwald, eine Waldmesse statt.

Diesmal war es Samstag-Abend, der 4. Juli 2020. Die Hl. Messe zelebrierte Pfarrer Rudolf Theurl unter Mithilfe von Margit Sprenger, musikaisch umrahmt von einer Bläsergruppe der Stadtmusik Schwaz unter Obmann Helmut Peer, die sich besonders bei der Renovierung dieser Kapelle 1976/77, hier erwähnenswert Initiator Bruno Kobald, und 1990 auszeichnete.

Die Betreuung der Simon-Juda Kapelle hat seit 5 Jahren die Schwazer Familie Tipotsch übernommen und ist auch organisatorisch für die Waldmesse dort zuständig, richtet einen Altar her und holt Herrn Pfarrer Theurl mit dem PKW. In der Kapelle ist auch ein schönes Ikonenbild der Hl. Rita *1381 +1447 Cascia, Patronin in aussichtslosen Situationen, links neben dem Altar, zu sehen, als Dank für ihre Hife. So mancher Wunsch ging schon in Erfüllung. Die Hl. Rita wird besonders bei einem Kinderwusch um Hilfe gebeten, deswegen geht der Kapelle auch der Ruf voraus, eine Kinderwunschkapelle zu sein.

Eine erkleckliche Zahl von Gottesdienst-Besuchern scheute es nicht, den Weg zu Fuß von der Stadt oder vom nahen Parkplatz herauf zu gehen, um in gebührender Andacht dabei zu sein. Und weil der Wettergott auch mitspielte, war es ein erlebnisreicher Abend, hatte es doch einen Tag davor abgekühlt und auch geregnet.

Um Mariä Heimsuchung ist es der Brauch, einen gesegneten Haselnuss- oder Birkenzweig (Hasellaub) mit nach Hause zu nehmen. Diesen sogenannten „Wetterlaba“ spricht man Schutz zu vor allerlei Gefahren (Hochwetter, Blitz- und Hagelschlag). Ein alter Bauern-Spruch besagt: „Wen`s auf Maria Heimsuchung regnet, werden wir mit vierzig Tage (mit Regen) gesegnet“.

Das Fest Mariä Heimsuchung erinnert an den Besuch der Gottesmutter Maria bei ihrer Cousine Elisabeth. Diese Episode, die nur vom Evangelisten Lukas (Lk 1,39 – 40) im Anschluss an die Verkündigungsszene erzählt: Die Schwangere Maria macht sich auf den Weg, um ihre Verwandte Elisabeth zu besuchen (daher „Heimsuchung“) und die Freude mit ihr zu teilen.

Von je her hat die heilige katholische Kirche auf die Fürbitten der mächtigen Jungfrau und Gottesmutter das größte Vertrauen gesetzt und in schweren Nöten und großen Drangsalen zu ihr Zuflucht genommen. Nach und nach entstanden auf solche Weise verschiedene Feste und neue Andachten zu ehren der Himmelskönigin, welche deshalb eingeführt wurden, um durch Maria das Erbarmen Gottes über die Bedrängten herab zu rufen. Die katholische Kirche befand sich im Jahre 1378 in großer Bedrängnis. Durch die unglückselige Wahl von mehreren Päpsten, die zugleich regierten und von denen jeder rechtmäßiger Papst sein wollte, entstand eine traurige Glaubensspaltung. Da nahm Papst Urban VI., dessen Wahl die allein gültige war, zur heiligen Gottesmutter seine Zuflucht und setzte das Fest Mariä Heimsuchung ein, damit der Herr seine bedrängte Kirche ebenfalls heim suche und ebenso herrliche Wirkung hervorbringe, wie sie durch den Besuch der heiligen Jungfrau bei ihrer Base (Kusine) Elisabeth verursach worden ist.

OAR Hans Sternad
Chronicus, Samstag, 4. Juli 2020

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