Fronleichnam

Auch heuer war es trotz der Lockerungen nicht möglich, die Fronleichnamsfeier in gewohnter Weise durchzuführen. Die große Prozession, von der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt ausgehend mit Ankunft zur Feldmesse in St. Barbara, musste deshalb auch entfallen.

„Jeden Einzelnen einen ganz herzlichen Gruß, heute am Fronleichnam. Fronleichnam heißt auf Deutsch = Leib des Herrn. Jesus im eigenen Brot. Und in der Bibel heißt es, ich bin gern unter den Menschen. Zu Fronleichnam ist fast immer sehr gutes Wetter! Auch heute meint es der Herrgott gut mit uns“, erzählte zu Beginn des Festgottesdienste Pfarrer Rudolf Theurl, unterstütz von Pastoralassistenten Anton Mascher, musikalisch wieder sehr gefühlvoll umrahmt von Klaus Niederstätter am Klavier und seinem Instrumentalisten auf der Gitarre.

Im Anschluss an die Begrüßung und Einführungsworte, wurde vom Pfarrer die Monstranz aus dem Tabernakel geholt und im Kirchenraum eine kleine Prozession begonnen, auf den „Stationen“ ist vor einem kleinen Tischchen Halt gemacht worden, Evangelien gelesen und dazu Fürbitten vorgetragen worden, sowie jeweils dazu ein Sakraler-Segen von Pfarrer Theurl mit der Monstranz gegeben. Die kleine Prozession, an der sich die Ministranten, Kinder und Kirchenbesucher beteiligten, endigte sich wieder am Ausgangpunkt vor dem Altar und Tabernakel. Danach begann der eigentliche Festgottesdienst und wurde mit der Monstranz, die man wieder aus dem Tabernakel nahm und dem Sakralen Segen, feierlich abgeschlossen.

„ Eine Bitte hätte ich noch vorzutragen“, erklärte Pfarrer Theurl und weiter: „ Am nächste Sonntag ist Herz-Jesu-Sonntag und zugleich Vatertag. Auf Hebräisch heiß das Herz „Leb“. Wir möchten am kommenden Herz-Jesu-Sonntag jeden Vater ein größeres und jeder Mutter ein kleineres Herz schenken. Dazu bräuchten wir aber gebackene Lebkuchen-Herzen und suchen dazu Frauen, die ein Lebkuchen-Herz backen könnten“. Es meldeten sich dann spontan einige Frauen, die es machen werden.


Geschichtliches:

Das Hochfest Fronleichnam fällt auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten und damit in den Zeitraum zwischen dem 21. Mai und dem 24. Juni. 2021 ist das Datum der 3. Juni. Gefeiert werden die Eucharistie, also das in den Leib Jesu Christi gewandelte Brot und der in das Blut Jesu Christi gewandelte Wein. Das Fest heißt deshalb offiziell in der katholischen Kirche auch „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“. Fronleichnam stammt von den beiden altdeutschen Worten „Fron“ für „Herr“ und „lichnam“ für Leib oder Körper, heißt übersetzt: Leib des Herrn. Gefeiert wird der Eucharistie, also das in den Leib Jesu Christi gewandelte Brot und der in das Blut Jesu Christi gewandelte Wein. Deshalb heißt das Fest offiziell in den katholischen Kirchen auch „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“.

Der Nonne Juliana von Lüttich verdanken wir den heutigen Festtag. Sie lebte Anfang des 13. Jahrhunderts und war eine glühende Verehrerin der Eucharistie. Tagelang konnte sie in stiller Anbetung vor der geweihten Hostie verharren. Dann hatte sie eine Vision: Die Hostie verwandelte sich in den leuchtenden Mond der allerdings eine dunkle Stelle hatte. Eine göttliche Stimme erklärte, der Mond sei das Kirchenjahr und die dunkle Stelle zeige, dass da ein Festtag zu Ehren der heiligen Eucharistie fehle.

Das Fronleichnamsfest wurde 1264 für die ganze Kirche offiziell eingeführt.

OAR Hans Sternad
Chronicus
Donnerstag, 3. Juni 2021

B I L D E R